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Das stoische Werkzeug, das jede Führungskraft kennen sollte

  • Writer: Bogdan Canda
    Bogdan Canda
  • 23 hours ago
  • 2 min read

Irgendwo zwischen zwei Meetings, zwei Städten oder zwei Entscheidungen kennen wir alle diesen Moment: Eine Situation liegt vor uns – und die Angst vor dem, was schiefgehen könnte, lähmt uns mehr als das Problem selbst.


Die Stoiker hatten dafür eine Antwort. Und sie ist 2.000 Jahre alt.


Premeditatio Malorum: Souveränität durch klares Risikomanagement.


Lateinisch für: die Vorwegnahme des Übels.

Das Prinzip ist radikal einfach:

Denke das Schlimmste zu Ende. Bewusst. Konkret. Schriftlich.


Nicht um pessimistisch zu sein – sondern um der Angst ihre Macht zu nehmen. Seneca wusste es bereits: Wer eine Schwierigkeit vorweggedacht hat, ist nicht mehr überrascht, wenn sie kommt. Und wer nicht überrascht ist, kann handeln.


Das klingt kontraintuitiv. Wir sind darauf trainiert, positiv zu denken, Chancen zu sehen, nach vorne zu schauen. Aber genau das ist das Problem: Die Angst bleibt im Dunkeln. Unbenannt. Und was wir nicht benennen, kontrolliert uns.


Drei Fragen für präzise Entscheidungsfindung


Nimm eine Entscheidung, die dich gerade beschäftigt – beruflich oder privat. Dann beantworte diese drei Fragen schriftlich:


  1. Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Konkret. Nicht vage. Was verlierst du wirklich – und wie dauerhaft wäre das?


  2. Was kannst du tun, um es zu verhindern – oder den Schaden zu begrenzen? Du bist nicht hilflos. Allein diese Frage gibt dir die Kontrolle zurück.


  3. Was kostet dich die Untätigkeit? Das ist die Frage, die die meisten auslassen. Welche Chancen verlierst du, wenn du weiter wartest? Was bezahlst du – in Zeit, Energie, Entwicklung – dafür, dass du die Entscheidung vor dir herschiebst?


Seneca bringt es auf den Punkt: „Wir leiden mehr an der Vorstellung als an der Wirklichkeit."


Stoizismus im Management: Klarheit statt Lähmung


Dieses Framework funktioniert in der Strategiesitzung genauso wie am Küchentisch. Die unbequeme Entscheidung, das schwierige Gespräch, der überfällige Schritt – Premeditatio Malorum macht das Unsichtbare sichtbar. Es zwingt uns, der Angst direkt ins Gesicht zu schauen. Und meistens stellen wir fest: Sie ist kleiner als gedacht.


Was bleibt, ist Klarheit. Und aus Klarheit entsteht Handlungsfähigkeit.


Genau das, was wir in den entscheidenden Momenten brauchen.


15 Minuten. Ein Notizbuch. Drei Fragen.

Mehr brauchst du nicht.


Welche Entscheidung schiebst du gerade vor dir her – und was hält dich wirklich auf?



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